Gastbeitrag: Crazy Christmas Sale Aktion bei About You

Heute gibt es vom lieben Sharif einen Gastbeitrag zur Sale-Aktion in der App des Fashion-Shops About You. Vom 25. bis 27.12. gab es dort 50% auf (fast) alles, doch leider lief das nicht ganz so toll, wie es zunächst klingt. Aber lest selbst – und berichtet mal: Habt ihr auch bei der Aktion zugeschlagen und euch Schnäppchen sichern können? Wie waren eure Erfahrungen, hat alles reibungslos funktioniert?

 

Ich bin ein Mann. Ich bin also von Natur aus kein Shopping-Victim, aber ich shoppe ganz gern. Und das, was mir vor einigen Wochen auf Facebook begegnete, war Grund genug jede Scheu vor dem Online-Shopping verschwinden zu lassen: zu Weihnachten 50% auf alles in seiner App versprach der Fashion-Shop About You. Einzige Bedingung: 50.000 Likes für den entsprechenden Post. Da wollte ich nicht nachstehen und meinem Like folgten 49.999 andere Likes (ok, mindestens 48.000 waren schon vor meinem da).

Also vor Weihnachten kein Modeshopping (Geschenke kaufen war ja schon anstrengend genug) sondern App runterladen und abwarten.

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Dann der Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages: eine unruhige Nacht auf der Couch meiner Mutter sorgt für frühes Aufwachen, was ich dann doch ganz gut zum Shopping in der App nutzen kann. App geöffnet, mein Konto eingerichtet und mit Freude festgestellt, dass der Rabatt auch auf SALE-Artikel gilt. Super! Es kann losgehen. Durch die Männerkategorien gestöbert. Viele Marken – darunter auch viele Klassiker waren zu finden. Anzüge gab es zwar auch, aber im SALE war nur Bruno Banani (wer trägt das im Jahr 2015 noch?). Manches ist schon vergriffen. Egal. Sale und Rabatt sind ja nicht immer ein Wunschkonzert. Schließlich habe ich 2 Paar Schuhe (von Bugatti und s.Oliver), und einen Pullover (von der P&C Hausmarke MCNEAL) ausgesucht und gefunden. Gesamtwert der Bestellung wären ohne Sale und Rabatt rund 210 Euro gewesen, ohne Rabatt immerhin auch noch 110 Euro. Nach Abzug der 50% blieben also noch rund 55 Euro übrig. Super! Nach den Ausgaben rund um Weihnachten spart man doch gern. Also habe ich die Bestellung abgesendet und mit dem Freuen begonnen.

Freuen ist gut. Aber Moment. Da fehlt noch was: die Bestellbestätigung. In jedem Online-Shop kommt diese Mail nahezu automatisch. Kurz machte sich Skepsis breit, die aber schnell in Mamas Weinachtsessen unterging.

Am nächsten Morgen (26.12.) um 05:14 Uhr kommt die Bestellbestätigung an. Alle Produkte sind aufgelistet. Ein kleiner Hinweis am Ende lässt mich beruhigt durchatmen. Es gibt Probleme, aber nur bei der Retourenbearbeitung. Kein Problem für mich also.

„Aufgrund zahlreicher Bestellungen während der Weihnachtszeit kann es aktuell zu Verzögerungen bei der Retourenverarbeitung kommen. Wir bitten Dich um Verständnis und danken Dir für Deine Geduld!“

Am 27.12. herrscht Funkstille zwischen mir und About you.

Am 28.12. dann eine kurze aber knappe Mitteilung.

„Lieber Sharif,
leider müssen wir Dir mitteilen, dass einige Deiner Artikel nicht lieferbar sind. Wir aktualisieren unseren Bestand regelmäßig, trotzdem kann es vorkommen, dass aufgrund hoher Nachfrage und geringer Artikelverfügbarkeit, einzelne Artikel schnell ausverkauft sind. In diesem Fall möchten wir uns bei Dir für die Unannehmlichkeiten entschuldigen.“

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Darunter die Liste, was nicht lieferbar ist: die beiden Paar Schuhe. Übrig bleibt der Pullover. Und Ärger und Enttäuschung: Was? Eine großangekündigte Aktion. Eine Shopping-App ohne Anbindung an das Warenwirtschaftssystem? Jeder kleine Shop gleicht Verfügbarkeit und Bestellungen ab. Es kann doch nicht sein, dass einer der größeren Player im deutschen Fashionmarkt es nicht schafft!

Also ab zu Facebook. Dort begann der ganze Spaß ja (50.000 Likes und so). Dort stelle ich fest, dass ich offenbar kein Einzelfall bin – gut, war ja auch zu erwarten. Und ich bin kurz angenehm überrascht. About You kündigt den Betroffenen dort eine Entschädigung an: einen neuen 50% Gutschein. Ok, das klingt fair. Die Aufregung ebbt ein wenig ab…

Am 29.12. kommt der Gutschein an. Ich öffne gespannt die Mail: tatsächlich ist es ein 50 Prozent Gutschein (yeah, Freude), es gibt eine Begrenzung auf maximal 100 Euro (ok, nicht schlimm) und dann: der Gutschein ist bis zum 05.01. gültig. Bis zum 05.01.? Dazwischen liegen Silvester und Neujahr. Es ist eine Entschädigung für eine verbockte Aktion und die Truppe von About You gibt mir gerade einmal eine knappe Woche Zeit? Der angestaute Ärger kommt wieder hoch und natürlich ist der Shop noch leer von der Weihnachtsaktion. Sale-Artikel? Fast Fehlanzeige. Ich bin sauer und bestelle nichts.

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Achso. Von meiner Super-Weihnachts-Schnäppchen-Ware a.k.a. grüner Pullover keine Spur, keine Versandbestätigung nichts, nada.

Die kommt dann am 30.12. – Versanddienst ist Hermes. Am 04.01. dann endlich: mein Paket kommt an. Ok, es ist eine Tüte. Mit einem Pullover. Ein schöner Pullover. Aber der Ärger bleibt.

Mein Fazit: Die Aktion ging nach hinten los. Ein Shop, der nicht abbilden kann, was noch verfügbar ist, hat im Jahr 2016 nichts verloren. Da kann die App noch so schick sein. Aber was noch schlimmer ist: eine Entschädigung, die den Namen nicht wert ist, sollte man sich sparen. Das geht gar nicht. Vorerst sage ich AboutYou – without me.

 

Sharif lebt in Berlin und arbeitet dort als Berater und Dozent für Marketing. Außerdem ist er einer der Köpfe hinter Everkiosk, dem deutschsprachigen Blogaggregator. Dort findet ihr übrigens auch notanotherfashionblog. http://derThib.de

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